Vortrag: Alte Spinntechniken – neuer Faden

Zu den Spinnwirteln, Spinntechniken und textilhandwerklichen Siedlungsstrukturen der Wurtensiedlung Feddersen Wierde, Ldkr. Cuxhaven
Handspindeln, die Vorläufer des Spinnrades, sind
vermutlich seit mehr als 12.000 Jahren in
Gebrauch. Im archäologischen Befund sind
häufig nur die als Spinnwirtel bezeichneten
Schwunggewichte überliefert. Obwohl einst ein
wichtiger Bestandteil im Prozess der
Textilherstellung, werden sie heute oftmals
beinahe stiefmütterlich behandelt.
Grundlegendes Wissen, wie etwa über den
funktionalen Aspekt der Formenvielfalt oder auch
über die damals verwendeten Spinntechniken, ist
im Laufe der Zeit verlorengegangen. Mithilfe
einer experimentalarchäologischen Versuchsreihe
gelang es erstmals mögliche Spinntechniken der
römischen Kaiserzeit im Elbe-Weser-Dreieck zu
rekonstruieren. Daneben liefern die kleinen,
unscheinbaren Schwunggewichte einer
Handspindel wichtige Informationen zum
Spinnwerkzeug, zur Textilproduktion sowie zur
textilhandwerklichen Organisation der
Wurtensiedlung Feddersen Wierde (Landkreis
Cuxhaven).



